Johanniskraut

Johanniskraut

Die Sonne unter den Kräutern

Eine Mitsommerpflanze die ihren Namen vom Johanni-Tag (24.Juni) bekommen hat, das Johanniskraut. Um die Tage der Sommersonnenwende kann man überall das leuchtende Gelb der Pflanze sehen, denn zu dieser Zeit öffnet sich das Johanniskraut. Das Kraut wird wie keine andere Pflanze mit der Sonne assoziiert. Diese Pflanze nimmt in den warmen Sommermonaten die Kraft der Sonne auf, um sie dann an den Menschen weiter zu geben. Das Johanniskraut ist dadurch ein Heilmittel gegen leichte und mittlere Depressionen. Das wusste schon Paracelsus im Mittelalter und die Schulmedizin bestätigt das auch heutzutage. Aber auch als Wundheilmittel sollte das Johanniskraut-Öl verwendet werden. Leider sind die zahlreichen anderen Heilwirkungen des Johanniskrautes etwas in Vergessenheit geraten. Doch sollte im Winter alles trostlos erscheinen – eine Tasse Johanniskraut-Tee bringt Sonnenstrahlen in ihr Leben.
Adlerkönig - Leo Dorn
"Adlerkönig" - Leo Dorn
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Gnadenlose Jagd auf den König der Lüfte

Ein Beitrag, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von OSR Roland Moos, über die Jagd in vergangenen Zeiten und den Adlerkönig ...

Beitrag – Aus vergangenen Zeiten Beitrag von OSR Roland Moos

Gnadenlose Jagd auf den König der Lüfte

An der östlichsten Ecke unseres Landes und an der Schnittstelle zwischen den Allgäuer – und Lechtaler Alpen, sowie den höchsten Bergen des Bregenzerwaldes, also zwischen dem Hohen Ifen, Widderstein, Biberkopf, Mädelegabel, Höfats und dem Oberstdorfer Nebelhorn, spielten sich vor mehr als einhundert Jahren – aus heutiger Sicht betrachtet – absolut unglaubliche Akte und Szenen der Steinadlerbejagung ab.

Das überreichliche Wildvorkommen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im hinteren Bregenzwald, Kleinwalsertal, Stillach -, Trettach -, Rappenalp - , Oy – und Lechtal, sowie die in diesen Hochalpgebieten weidenden tausenden von Schafen, Rindern und Ziegen, stellten naturgemäß ein großes Nahrungsangebot für die in diesem Gebiet horstenden zahlreichen Steinadler dar. Viele Lämmer ( Huderlein )
Gams – u. Rehkitze, Murmeltiere, Füchse, Spiel – u. Auerhahnen u.dgl.m. landeten somit als Beute in den Felshorsten, um dort gekröpft zu werden.

Als „Jagdkonkurrent“, Wild –u. Beutegreifer war der Steinadler in den Kreisen der Hirten, Älpler und vor allem der Jäger ein verhasster Greif und Schädling, der schonungslos und mit allen Mitteln verfolgt wurde. Mit Fangeisen, Giftködern, Schlagfallen, Horst – u. Brutaushebungen, aber vor allem mit der oft langwierigen Ansitzjagd zu jeder Jahreszeit an ausgelegten Luderköderstücken versuchte man den Steinadler regelrecht auszurotten.

Zudem galt es als Stolz und Ehre mit einem erlegten Adler nach erfolgreicher Jagd ins Dorf zurückzukehren, wobei manche Jäger von der Bevölkerung wie Volkshelden gefeiert wurden.

So z.B. der legendäre „Adlerkönig“ Leo Dorn aus Oberstdorf, Ober – und Leibjäger seiner Königl. Hoheit Prinzregent Luitpold von Bayern, der schon als 15 –jähriger am 4. Juli 1851 im Oberstdorfer Oytal in Anwesenheit von ca. 1.500 Menschen und im Rahmen eines Volksfestes mit Musik und Wurstbuden, an einem Seil hängend in einer gefährlichen Aktion die Jungvögel aus einem Adlerhorst ausnahm.

Königl. Oberjäger Leo Dorn war aber nicht nur ein fanatischer Adlerjäger, ein verwegener und furchtloser Alpinist, sondern auch ein grobschlächtiger, gefürchteter Wildererbekämpfer, der nachweislich 41 Wilderer bei ihrem Unwesen stellte und manche sogar bis ins Tirol hinein verfolgte, wobei es des öfteren zu gefährlichen Schusswechseln kam. ( Leider auch mit tödlichem Ausgang ! )

Als Leo Dorn am 10. Nov. 1890 seinen 50. Adler erlegte, ernannte ihn der bayerische Prinzregent Luitpold per Urkunde und Dekret zum „Adlerkönig“ und veranstaltete zu Ehren Dorn’s ein Fest mit Festumzug in Hindelang. Sein fanatischer Jagdtrieb auf Adler ging sogar soweit, dass er so manches geschossene Gämslein als Adlerluder verwendete, anstatt es der ärmlichen Bevölkerung zu spendieren, wie es Prinzregent Luitpold eigentlich vorgesehen hat. Als einträglichen Nebenerwerb veräußerte Dorn die begehrten Adlerfedern, den Adlerflaum und die Fänge, ( 80 – 100 DM ! ) sogar dem Kanzler Bismark soll Dorn Schreibfedern aus dem Gefieder der Greifvögel geliefert haben. Seinen letzten, den 79. Adler, schoss Leo Dorn im Winter 1912 auf einem Misthaufen in Hindelang.

Sogar der Schriftsteller und Zeitgenosse von Dorn, - Ludwig Ganghofer, verherrlichte das Tun und Wirken Dorns und vor allem die Jägerpersönlichkeit in seinen Schriften. Auch der Nachfolger von Dorn, - Oberjäger Anton Kleis, brachte es immerhin auf
41 erlegte Steinadler.

Zur gleichen Zeit war auch Oberjäger Max Speiser verantwortlicher Jäger im Dienste von Baron Freiherr v. Heyl im 12.000 ha großen Revier, des an das Tiroler Lechtal und Hochtannberggebiet angrenzenden Trettach – und Rappenalptal. Oberjäger Max Speiser war ebenfalls ein durch und durch fanatischer Jäger und ein besonderer Beschützer und Heger seiner ihm anvertrauten Wildtiere, und so kam es, dass auch er im Laufe seiner langjährigen Dienstzeit insgesamt 59 Steinadler erlegte. Im Winter 1919, am 5. Dez. erlegte Max Speiser am Ortsrand von Oberstdorf einen Seeadler mit 2,47 m „Flugweite“, der neben einem Bauernhäusl einen verendeten Fuchs kröpfte. Seinen letzten, den 59. Steinadler erlegte Oberjäger Max Speiser im Jahre 1922 an einer Rotwildfütterung, ebenfalls in Talnähe von Oberstdorf, bis schließlich im Jahre 1923 der Steinadler im Allgäu unter völligen Schutz gestellt wurde.

Ebenfalls in den selben Jahren hatte ein Besitzer einer großen Schafherde im Rohrmoosertal innerhalb von zwei Jahren alle neugeborenen Lämmlein an die Adler verloren, sodass der Jagdherr persönlich, u.zw. Graf Max von Arco – Zinneberg, im Jahre 1860 und später im Jahre 1871 auf mehreren zusammengebundenen Leitern unter einem überhängenden Felsvorsprung an der Roten Wand, in einer waghalsigen Aktion unter begeisterten Anfeuerungsrufen der Volksmenge, einen Adlerhorst ausnahm. Auch er erlegte während seiner langjährigen Zeit als Jagdherr insgesamt 48 Steinadler im Gebiet Rohmoosertal / Hoher Ifen.

Eine im Jahre 1886 auf einer Alpe im Gebiet des Hohen Ifen stattgefundene Kindesentführung eines 2 – jährigen Mädchens durch einen Adler , - die Eltern hatten ihr Kind beim Beeren pflücken kurz im Beerenkraut abgelegt, - verschärfte die Abneigung und kurbelte die gnadenlose Verfolgung der Steinadler aufs Neue an.

Wenn man die nachweislichen Erlegungen von Steinadlern in der eingangs erwähnten Region, - getätigt in einer Zeitspanne von 1855 bis 1923, addiert und noch eine 10% ige wahrscheinlich berechtigte Dunkelziffer ( Fangeisen, Giftköder u.ä. ) dazurechnet, so kommt man auf weit über vierhundert erlegte Steinadler innerhalb einer Zeitspanne von ca. 70 Jahren, was dann auch wohl tatsächlich zuviel war und schließlich die totale Unterschutzstellung und ganzjährige Schonung erforderte.

Adlerjagd auch im Hinteren Bregenzerwald

„Dio Luderviechor holen nit lei dio Lamplen und Mankeis, sondern a dio gonzen Gamskitzl“, so schreibt der Maund’sche Oberjäger Franz Brugger aus dem Zillertal, der in der Jagdvilla Maund in Hopfreben als einer von vier Berufsjägern in Jagddiensten stand, in seinem Jagdtagebuch aus dem Jahre 1908/09. Tatsächlich haben auch er und seine Jäger, als auch die illustren u. honorigen Jagdgäste aus aller Welt , wie z.B. seine kaiserl. Hoheit, der deutsche Kronprinz Wilhelm von Hohenzollern, im Bereich Zitterklapfen, Künzelspitze, Schadona, Braunarl – und Juppenspitze so manchen prächtigen „König der Lüfte“ zur Strecke gebracht, wobei sich die Zahl der nachweislich erlegten Adler so zwischen 30 und 35 bewegt. Es war vielfach auch der Stolz eines Jägers, einen präparierten Steinadler im Jagdzimmer hängen zu haben, was unweigerlich dazu führte, dass dieser stolze Vogel beinahe ausgerottet wurde.Tatsache ist, dass obwohl 1959 und später im Jahre 1965 die teilw. Schutzbestimmungen in Kraft traten, immer wieder in Fangeisen, oder durch Köder vergiftete und verendete Adler aufgefunden wurden. Erst im Jahre 1973 wurde in Vorarlberg das ausnahmslose Bejagungsverbot und die behördliche Unterschutzstellung verfügt. Seit dieser Zeit ist auch der Adlerbestand im Ländle wieder konstant stabil und der König der Lüfte kann wieder frei und gefahrlos seine Kreise ziehen.

Beitrag von Roland Moos

Quellennachweis: Sammlung Dorn - Heimatmuseum Oberstdorf
Ludwig Ganghofer „Adlerjagd“
Bernt E. Ergert „Der Adlerkönig“
Edition Limosa „Damals im Oberallgäu“
Villa Maund „Geschichte und Geschichten“ Martin Gysi